Montag, 30. Juli 2012

m-ontag: Über den Wolken...

Nachdem Laureen letztes Mal ein paar Erkenntnisse aus ihrem Tokyourlaub geteilt hat, bin ich heute wieder dran mit Japanm-ontag.
Und ratet mal ... wenn ihr das hier lest, bin ich ebenfalls auf dem Weg nach Tokyo. Mein zweiter Aufenthalt in der Weltmetropole ist viel kürzer - diesmal bin ich nur 3 Wochen hier und nicht wie letztes Mal mehrere Monate.
Allerdings kann ich die nächsten Montage meine m-ontag Beiträge direkt vom Ort des Geschehens abschicken, um den es sich hier seit vielen Wochen dreht: Japan und Tokyo!

Womit fang ich an? Natürlich mit dem Flug ... denn genau da befinde ich mich zurzeit, in einem Flugzeug (oder vllt auch in London oder schon in Tokyo, je nachdem, wann ihr das hier lest...).
Man kann von Berlin aus nicht direkt nach Tokyo durchfliegen - der große Flughafen sollte das möglich machen, aber wer weiß, wann die fertig werden, oder? Man wird standardmäßig über einen der vier größten Flughäfen Europas geleitet: London Heathrow, Paris Charles de Gaulle, Amsterdam Schiphol oder Frankfurt am Main (keine Ahnung, wie der heißt), manchmal fliegt man auch über Wien und Mutige können über Moskau fliegen. Das hängt alles von der Fluggesellschaft ab. Ich persönlich fliege am Liebsten British Airways (man, klingt, als wär ich voll der Jetsetter...), damit bin ich auch letztes Mal mit meiner Freundin nach Tokyo geflogen. Die Sitze bieten relativ viel Platz, jeder hat seinen eigenen Fernseher und man kann aus mehren Dutzend Filmen wählen. Das Essen ... ist Geschmackssache, oder? Man kann auf jeden Fall immer zwischen zwei Gerichten wählen! Und Leute, die nicht warten können, geben bei der Buchung an, dass sie vegetarisch/koscher/hindi/vegan/laktosefrei/glutenfrei/etc. essen möchten. Ja, das wird berücksichtigt. Je länger der Flug, desto mehr zu Essen gibt's ... eigentlich logisch, oder?
Bei meinem ersten Tokyoflug hatten wir die Wahl zwischen einem englischen Frühstück und einem Omelett und meine Freundin und ich entschieden uns, dass jeder eines nehmen sollte, sodass wir tauschen könnten. Weil ich nett war, wählte ich das englische Frühstück, denn wir gingen beide davon aus, dass es eine kulinarische Katastrophe sein musste. Was soll ich sagen? Ich hatte Glück! Mein Essen war zwar nicht phänomenal, aber genießbar, im Gegensatz zum Omelett.
Je nach Abflug, gibt es dann noch Mittag oder Abendbrot und diverse Snacks dazwischen ... Getränke kriegt man so viel man will, das gilt auch für Alkohol.

Der Flug von London nach Tokyo dauert knapp 12 Stunden. Ganz recht. 10 Stunden und dann nochmal 2. Wenn der Flieger pünktlich ist, was keine Selbstverständlichkeit ist.
Lasst mich meine Erfahrung mit euch teilen ... Langstreckenflüge sind SCHEIßE! Ich durfte mittlerweile schon nach Peking, Tokyo, die Dominikanische Republik und New York fliegen. Langstreckenflüge sind Mist. Like seriously.
Egal, was euch die Fluggesellschaft verspricht - Beinfreiheit, tolles Essen, freundliches Personal (LÜGE!) - solange ihr euch keinen Platz in der Businessclass leisten könnt (wohl kaum), wird dieser Flug für euch nicht angenehm. Sobald ihr aufs Klo müsst, Schlafen oder einfach nur ein wenig bequemer sitzen wollt, stoßt ihr auf eure Grenzen. Businessclasssitze lassen sich in die Waagerechte bringen, damit man schlafen kann ... in der Holzklasse kann man nicht mal die Beine ausstrecken.

Ihr müsst dennoch das Beste drausmachen, bis ihr an eurem Ziel seid, dafür hier ein paar Tipps:

1) Sitzplätze reservieren
Das geht bei fast allen Fluggesellschaften kostenfrei ab 24 Stunden vor dem Abflug. Für gewöhnlich bedeutet das, sehr früh aufstehen, aber glaubt mir, das ist es wert! Versucht, entweder die Sitze GANZ VORN (Beinfreiheit!) oder GANZ HINTEN (Zurücklehnen, ohne dass sich wer beschwert) zu ergattern.
2) Extraklamotten
Fliegen ist teuer. Nicht nur für den Passagier. Die Fluggesellschaften versuchen, Geld zu sparen, wo es nur geht. Deswegen wird die Klimaanlage oft heruntergedreht, denn dadurch trinken die Reisenden weniger. Man muss zwar weniger aufs Klo, aber meist friert man sich den A**ch ab. Besonders kalte Füße, sind ein altbekanntes Problem. Ein Extrashirt (auch falls ihr euch einsaut), extra Socken und Extraunterwäsche sollten mit ins Handgepäck!
3) Am Gang sitzen
Ja, ihr könnt dann nicht aus dem Fenster sehen. Aber zum einen könnt ihr euch die Beine vertreten, so viel ihr wollt (Hallo, Trombosealarm!) und zum anderen, seid ihr schneller am Notausgang. Es ist statistisch bewiesen - Menschen, die am Gang sitzen, überleben eher einen Absturz, als die, die am Fenster sind.
4) Notausgang
ICH WEIß! Aber ich finde das wichtig. Schaut euch die Notausgänge an und wenn ihr weder vorn noch hinten sitzen könnt, setzt euch in die Nähe eines Notausganges. Der Grund ist derselbe - Menschen, die in der Nähe eines Notausganges sitzen, überleben eher.
5)Passendes Schuhwerk
Muss ich das wirklich erklären? Okay, gut. Ihr wollt keine kalten Füße. Ihr wollt nicht zu den Leuten gehören, die die Schuhe ausziehen müssen, solltet ihr notlanden. Ihr wollt nicht einem Mitpassagier ein weiteres Nasenloch verpassen, weil er fällt und ihr über ihn drüberstöckelt - das ist gemeingefährlich! Keine Sandalen und KEINE HIGHHEELS! Und ihr wollt nicht am Flughafen aufgehalten werden, weil ihr Stahlkappen tragt...
6) Sich vorher über das Bordprogramm informieren
Das spart einfach Zeit. Ihr könnt euch locker 3 Blockbuster anschauen, die noch nicht mal im Kino laufen!
7) Das Personal in Ruhe lassen
Tut's einfach... macht nicht denselben Fehler wie ich und zieht eine amerikanische Flugbegleiterin an ihrem Rock, weil sie euch übersehen hat. Tut es nicht, DIE VERSTEHEN KEINEN SPAß!!
8) Den Gurt verdecken
Diese Lektion musste ich lernen, als ich vom Flug von Charles de Gaulles nach Peking von einer Frau im Körper eines Mannes im Körper eines Flugbegleitert geweckt wurde, als ich gerade eingeschlafen war. Er konnte meinen Gurt nicht sehen. Die legen darauf Wert. Ihr bekommt vermutlich eine Decke. Hier ist der Plan: Einigermaßen bequem machen, zudecken, Gurt über der Decke zumachen und alles ist gut.
9) Alarm
Terroristen sind überall! Echt jetzt! In euren Gürtelschnallen, in euren festverschlossenen Wasserflaschen, sogar in euren Schuhen! Deswegen wird alles abgegeben oder untersucht. Wasser dürft ihr nicht mitnehmen, wisst ihr ja - kauf euch im Duty Free eine Flasche (völlig überteuert, aber ihr braucht es!). Aber wusstet ihr auch, dass  ihr an den großen Flughäfen eure Schuhe durch das Röntgengerät schieben müsst, weil Sprengstoff drin sein könnte? Oder dass das Gerät, zu viele Kabel nicht erkennt? Wenn ihr also Laptop + Musik + Kamera + Handheld + alle Ladegeräte in einer Tasche habt, ist es wahrscheinlich, dass ihr angehalten und zur Extradurchsicht gebeten werdet. Ich hab es zwar nie mitgemacht, aber ich glaube, eine Leibesvisitation gehört da zu. Also: Alles gut zusammenwickeln und mit Gummi festschnüren.
10) Gepäck
Hier ein kleiner Schock für euch! Ihr seid nicht die einzigen mit Gepäck! Jeder Passagier hat einen Koffer. Manchmal auch mehr. Das Flughafenpersonal gibt sein Bestes, aber Sachen gehen kaputt/verloren/werden falsch geschickt. Deswegen: (a) Jeder nimmt seinen eigenen Koffer und es wird von jedem etwas in beide Koffer gesteckt. (b) Elektronikgeräte und Wertsachen kommen ins Handgepäck! (c) Koffer gut sichtbar machen, mit bunten Gepäckbändern, Stickern oder direkt bunte Koffer nehmen. ("Mein Koffer ist weg! Es ist der Samsonite mit pinkem Zebramuster." Ist viel besser als: "Der graue Noname.")
11) Den Mund aufmachen
Das Personal gibt zwar sein Bestes, aber die müssen auch schnell sein. Deswegen werden Koffer nicht wie rohe Eier behandelt, sondern wie, jep, Koffer. Sachen gehen kaputt. Oft!
Sobald ihr euren Koffer vom Band geholt habt, überprüft, ob alles heil ist! Besonders Rollen brechen schnell ab. EUCH STEHT ENTSCHÄDIGUNG ZU!!! Bei mir war einmal der Standfuß verbogen und ich bekam einen völlig neuen Koffer erstattet, obwohl der andere noch gut funktionierte - am Ende hatte ich also zwei. Es hilft auch, Kratzer anzuführen, die schon vorher da waren, aber das habt ihr nicht von mir...
12) Zu viel mitschleppen
Ich hasse Leute, die quasi einen zweiten kleinen Koffer mit ins Handgepäck nehmen. Ich hasse sie und alle anderen auch.
13) Auf dem Flughafen essen
Ich weiß, das ist bescheuert, weil ihr Essen im Flieger kriegt und dafür habt ihr ja bezahlt. Aber ihr solltet was Füllendes essen oder zumindest kaufen. Das Flugzeugessen ist manchmal widerlich! Ich meine es Ernst. Sollten eure Geschmacksknospen nicht völlig abgestorben sein, kann es passieren, dass ihr es nicht runter kriegt. Und nun stellt euch vor ... ihr habt einen leeren Magen, ihr könnt nicht schlafen, ihr seid seit Stunden im Stress... worin resultiert das? Genau. Krankheit. Bei mir war es der Magen. Ich habe es geschafft, den Start, den Flug und die Landung eines Kurzstreckenfluges zu verpennen, weil es mir hundsmiserabel ging und ich bereits auf dem Flughafenklo meine Magensäure übergeben musste.
14) Babys
Dagegen könnt ihr nichts tun. Es gibt Spinner, die mit ihren wenige Monate alten Babys bereits Langstreckenflüge hinter sich bringen. Zeigt ihnen mental den Finger und bemitleidet das arme Kind, dem geht es nämlich noch viel schlimmer.
15) Medikamente und co.
Vergesst sie nicht. Ihr seid so lange im Flieger, dass das Zeitfenster für die Einnahme vermutlich irgendwo dazwischen liegt. Ihr könnt Schlaftabletten mitnehmen, sollte euch das beim Einschlafen helfen. Allerdings solltet ihr versuchen, darauf zu verzichten. Glaubt mir.
Vergesst auch die Eitelkeit! Reist mit Brille! Ihr wisst nicht, was alles passiert und am Ende müsst ihr eure Kontaktlinsen im Flieger oder am Flughafen rausnehmen. Mir ist das schon passiert. Das ist ätzend!

So, damit habe ich nun 15 meiner Flugtipps mit euch geteilt. Ich bin sicher, dass ich noch mehr hätte, aber mehr fallen mir nicht ein.

Den nächsten Beitrag bekommt ihr dann demnäääächst ... mal schaun, was sich zwischen heute und vor 4 Jahren geändert hat. Noch etwas anderes außer meine Sichtweise auf die Dinge?

2 Kommentare:

  1. Wat passiert denn wen man bei punkt 7. den fehler macht :D

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  2. Interessant. Schön, dass das alles mal hier aufgelistet wird, denn für einen Langstreckenflug sollte man sich vorbereiten. Ich weiß wovon ich rede, denn ich bin schon ne Dreiviertelstunde und 10 Stunden geflogen, und das direkt hintereinander. (Hannover -> Amsterdam -> Shanghai)
    Es war zwar ein großes Flugzeug, aber sehr eng. Empfehlenswert ist es immer, sich etwas zur Beschäftigung mitzunehmen, Karten, Gameboy, etc. Rucksäcke und Taschen kann man auch zwischen den Füßen verstauen. Viele große Flugzeuge haben auch kleine Bildschirme in dem Vordersitzen, bieten auch viel Unterhaltung, aber 10 Stunden können manchmal mehr sein, als sie scheinen.
    Kalt ist es da oben wirklich, mit zwei dicken Sockenpaaren hält das auch nicht jeder aus.
    Das mit dem Essen stimmt, ich hab in meinem Leben schon vieles dort oben probiert. Schokokuchen, vegetarische Lasagne, Orangensaft im Joghurtbecher (klingt komisch, aber der ist lecker). Es empfehlen sich auf jeden Fall immer Medikamente für Reisekrankheit. Wählen durften wir auch zwischen zwei Gerichten, Europäisch oder Asiatisch bzw. Nudeln (oder was auch immer das war) oder Fisch.
    Ich weiß nicht, wie es mit Japanern ist, aber bei Chinesen sollte man sich am Flughafen, trotz Gastfreundlichkeit, keine Scherze erlauben.
    Man kann verstehen, wenn es schnell gehen soll und man keine Lust hat, lange durchsucht zu werden. Aber, wie oben erwähnt, kann überall Gefahr lauern, und das Röntgenbild eines Mahjonggspieles wirkt etwas falsch.
    Das mit der Kofferentschädigung ist mit leider nicht passiert, dem Koffer einer Mitreisenden wurde übel zugesetzt, Ersatz hat sie keinen bekommen, aber genau hatte ich es nicht mitbekommen.
    Alles in allem sind die Flugtipps sehr gut, vielleicht für einige Situationen erweiter- oder änderbar. Man sollte vor der Reise immer alles zweimal checken, es bringt nichts, wenn man in Hangzhou bemerkt, dass man Zuhause einen Informationszettel liegen hat.
    Wichtig zu checken wäre auch, ob dein Internet- oder Telefon-/Handyanbieter auch in dem besuchten Land aktiv ist. Viele aus meiner Gruppe konnten weder E-mails schreiben, noch Zuhause anrufen, weil der Anbieter nicht verfügbar war.
    Neben kulturellen Unterschieden (die größer sein können, als man dachte), sollte man auch nicht die Einschränkungen vergessen, wie z.b. Adapter für die Steckdose etc. Auch das beste Smartphone ist leer ziemlich nutzlos.

    Hui, das war jetzt aber eine Menge Kommentar xD Weiter so~!

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