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Sonntag, 31. März 2013

Pocket Morning Weekly 31.03.2013

Das erste Quartal ist rum. Mann, Mann, Mann wo ist die Zeit bloß hin...
 
Könnt ihr japanisch?
(Do you speak Japanese?)

(Poor rather than good. I've learned it for a few years and now I've picket it up again at college.)
 
(I know a few words and phrases. That's it, I've never learned it.)
 
(I'm taking evening classes, the grammar is really hard.)
 
(Only a few words.)
 
(No, only a few words/phrases. Maybe I'll learn it someday.)
 
(Only rudimentary and some phrases. Animes educate.)
 
(Yes, a little bit, I'm currently studying it.)

Montag, 23. Juli 2012

m-ontag: Körpersprache

Ich war heute den ganzen Tag mit Uni- und Arztsachen beschäftigt und da ich nicht Medizin studiere, handelt es sich nicht um dasselbe und ich konnte somit keine Zeit sparen.
Jedenfalls werde ich heute einen kurzen Beitrag über japanische Körpersprache schreiben. Nicht das obligatorische Verbeugen und Katzbuckeln, sondern ein paar Sachen, die vielleicht nicht so bekannt sind.

1. Kopfkratzen


Das sieht man auch oft in Anime oder Manga. Sich am Hinterkopf zu kratzen, ist ein Zeichen von Verwirrtheit oder Verlegenheit.

2. Teufelchen
Die Zeigefinger wie zwei Hörner neben die Stirn zu halten, soll zeigen, dass jemand drittes wütend ist - z.B. Chef oder Ehefrau.

3. Durchgeknallt
Die geballte Faust wird neben den Kopf gehalten und dann plötzlich geöffnet. Damit soll gezeigt werden, dass die Person, über die soeben gesprochen wird, (dumm oder durchgeknallt) ist.

4. Nachdenklich


Ebenfalls bekannt aus Anime. Die Arme verschränken heißt, dass man stark nachdenkt. Manchmal hat man dabei auch eine Hand am Kinn.

5. Aufschneider



Wenn man eine geballte Faust vor seinem Gesicht hält, so als würde man eine lange Nase halten, dann soll das bedeuten, dass die relevante Person ein Angeber - also ein Tengu - ist.

6. Streit
Mit den Zeigefingern so zu tun, als würde man einen eigenen Schwertkampf austragen, bedeutet, dass zwei andere zerstritten sind.

7. Muri!


Die Arme vor der Brust zu einem Kreuz verschränken, bedeutet, dass etwas völlig unmöglich (Muri! oder Dame!) ist.

Montag, 11. Juni 2012

m-ontag: Conbini

Halloooo Leute, heute bin ich mal später dran, weil ich sehr beschäftigt war.

Heute erzähl ich euch was zur tollsten Erfinderung unserer Zeit: Conbinis. Conbini kommt vom Englischen Convenience Store und heißt übersetzt Komfortgeschäft bzw. 24-Stunden-Laden. Der Name ist Programm! Conbinis in Japan haben 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr geöffnet - Neujahr, Golden Week, völlig egal, sie haben immer auf!
Und sie verkaufen alles mögliche. Das heißt, wenn wir um 1 Uhr nachts plötzlich das dringende Bedürfnis nach Sushi, Cola, Klopapier, Deo, einer Telefonkarte oder einer Zeitschrift habt - im Conbini bekommt ihr alles.



Und nicht nur das, ihr bekommt auch warme Mahlzeiten, wenn ihr das wollt. Man kann sich z.B. eine Packung Instantnudeln kaufen und das heiße Wasser bekommt man direkt dazu und kann dann vor dem Geschäft essen. Oder man kauft sich eine Packung Soba, die wird dann in die Mikrowelle geschoben und schon hat man ein warmes Mittagessen. An der Kasse steht auch immer ein kleiner Heißluftgrill, in dem kontinuierlich Man (das sind Hefebrötchen mit verschiedenen Füllungen) oder Würstchen oder Schnitzel usw. rotieren.


Wer nur einen Snack will, der schnappt sich eines von zig Onigiris:


oooder Takoyaki:


oder Sushi holen:


Die Auswahl ist wirklich groß und es lässt sich für jeden was finden.
Ich persönlich bin ein großer Conbinifan und sehr traurig darüber, dass es etwas ähnliches nicht in Deutschland gibt. Gerade auch über die Möglichkeiten an Essen bin ich begeistert. Denn wenn man in Deutschland abends Hunger hat, ist die einzige Möglichkeit oft Fast Food oder ein belegtes Brot, wenn man Glück hat. Über das Sushi, das man bei uns im Supermarkt kaufen kann, möchte ich gar nicht erst reden...

Das war's heute schön, ich hoffe, es hat euch gefallen, bis nächste Woche! =D

Montag, 21. Mai 2012

m-ontag: Schule

In den vergangenen Posts (und hauptsächlich in den Kommentaren), hab ich euch empfohlen, ein Austauschjahr zu machen, wenn ihr einige Zeit in Japan verbringen wollt.

Damit ihr mal einen Einblick bekommt, stell ich euch heute das japanische Schulsystem vor!

Aber kurz ein kleiner Ausflug in die Geschichte (jaja...), um euch ein paar grundlegende Fakten nahe zu bringen, die sehr wichtig sind, um die japanische Schule zu verstehen. Ich werde jetzt keine Warums und Weshalbs diskutieren, denn das würde sehr lange dauern. Nur ein kurzes Was:

Wie ihr sicherlich alle wisst, standen Deutschland und Japan im II Weltkrieg auf derselben Seite und wurden 1945 von den Alliierten geschlagen. Die Kapitulation Japans am 02.September 1945 stellte das offizielle Ende des II Weltkrieges dar (ganz recht, Deutschland hatte vor Japan kapituliert) und von da an war Japan durch amerikanische Truppen besetzt. Das hielt zwar "nur" 7 Jahre bis 1952, aber trotzdem änderte sich in der Zeit einiges in Japan. Neben vorübergehenden Phänomenen (traurig aber wahr: Vergewaltigungen, Zensur, Prostitution), hält vieles, was die Amerikaner nach Japan brachten, bis heute an.

Dazu zählt eine Veränderung in der Frauenbewegung (Die Frauenwahlbeteiligung nach dem Krieg war so hoch, dass direkt 39 weibliche Kandidaten gewählt wurden!) und es entwickelte sich das Modern Girl.

Auch die Sportart Baseball ist heute eine der beliebtesten in Japan (wenn nicht die beliebteste) und auch sie kam durch die Besetzer.

Am wichtigsten jedoch, und damit kommen wir zum Thema, ist die Veränderung im Schulsystem. Seit dem II Weltkrieg folgt das japanische Schulsystem dem amerikanischen Muster: 6 Jahre Grundschule, 3 Jahre Mittelschule, 3 Jahre High School. Ganz anders als in Deutschland, wo man sich noch nicht mal einigen kann, schickt man die Kinder nun 4 Jahre zur Grundschule oder 6 (wir in Berlin gehen 6 Jahre).

Grund- und Mittelschule sind pflicht, High School ist es im Prinzip nicht, aaaaaber an sich haben Leute, die nach der Mittelschule aufhören, weniger Chancen auf einen gut bezahlten Job. Das ist viel extremer als bei uns, wo man auch mit einem guten Realschulabschluss eine ordentliche Ausbildung bekommen kann.

[Achtung, pädagogischer Moment: Geht zur Schule, es ist sehr wichtig! Macht euer Abitur, dann steht euch alles offen und jeder möchte doch wählen können, womit er 50 Jahre seines Lebens verbringt!]

Am Anfang sind noch alle gleich. Die Probleme kommen, wenn man eine höhere Schule besuchen möchte. Die meisten Kinder gehen in den Kindergarten. Hier sollen sie lernen, sich in Gruppen zurecht zu finden, oft auch rudimentäre Schreibkenntnisse erlernen und viele bieten auch Vorbereitung für die Test zu elitären Grundschulen an. Da geht es nämlich schon los. Die meisten Grundschulen sind staatlich und das ist auch in Ordnung, nur wenige sind privat und haben einen Test. Da muss das Kind beispielsweise auf Englisch zählen können oder schon komplizierte Kanji schreiben etc.

In der Grundschule bekommen die Kinder dann erste Ranzen [randoseru vom niederländischen Ransel], Bücher und Materialien.
Sie bekommen Schulmittagessen gestellt, das für gewöhnlich aus einer Hauptmahlzeit, Kohlehydraten (Reis, Brot oder Nudeln), Gemüse, Suppe und Milch besteht. Gegessen wird am Tisch, verteilt wird das Essen durch Mitschüler.




In der Mittelschule geht der Stress dann los. Nicht nur, dass es nun sehr wichtig ist, es in eine private, elitäre Schule zu schaffen (staatliche Schulen sind schlechter ausgestattet), man hat praktisch keinerlei Freizeit mehr. Der Standardteenager pendelt zwischen Schule, Paukstudio [Juku], außerschulischen Aktivitäten wir Klavierstunden oder Englischkurs und wieder Juku. Zeit zum Spielen bleibt selten.
Jeder muss (oder sollte dringend) in einen Schulclub eintreten. Davon gibt es sehr viele und es sind hauptsächlich Sportclubs - man kann also Fußball, Volleyball, Baseball, Leichtathletik, Rhytmische Gymnastik, Tanzen, Tischtennis, Tennis etc. machen. Sport ist sehr, sehr wichtig an japanischen Schulen und wer herausragend ist, schafft es so in eine gute High School. Da ist Sport nämlich auch sehr wichtig und wird sehr ernst genommen. Schulsport wird eifrig von der Außenwelt betrachtet und es gibt immer Turniere (Interhigh) zwischen den Schulen aus ganz Japan. Wer das gewinnt, bringt sehr viel Ehre mit nach Hause, nicht nur für sich, sondern auch für die Schule, den Trainer, das Team etc...




Wer keinen Sport mag, kann ein Instrument oder ein Sprache lernen, in die Garten AG oder den Chemieclub gehen. Es gibt viele Möglichkeiten und ich habe nur ein paar aufgezählt.
Wer Mittel- und Oberschule übersteht, muss sich nun noch in die Uni kämpfen. Aber dann hat man es geschafft und eine gute Zukunft winkt einem.
Denn in Japan sind die Noten nebenrangig... man bleibt nicht sitzen, nur weil man überall zu wenig Punkte hat, man wird eher als Depp abgestempelt. Es gibt keine Noten, sondern Punkte und zwar immer 100 ... über 90 von 100 wäre eine 1 bei uns und alles unter 50 gilt als weniger gut. Die Anwesenheit zählt. Bist du zu selten da, dann fliegst du. Aber ansonsten kann jeder den Abschluss machen, ganz gleich, wie die Noten sind. Ein System, das ich mir manchmal gewünscht hätte, wenn ich vor einem Chemietest verzweifelte. T_T
Auf einem japanischen Zeugnis stehen dann aber Sachen wie "gut" oder "streng dich mehr an" und manchmal doch Noten und äh ... ja, muss gestehen, das hab ich nie begriffen.


Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, aber im Großen und Ganzen mag ich das japanische Schulsystem. Die Clubs, die Bewertung, die Zusammengehörigkeit... das ist alles echt super. Schuluniformen find ich sowieso toll.


Was ich ganz schrecklich finde, ist allerdings der Druck. Und der Stress, der einem aufgezwungen wird.
Wenn du keine guten Noten kriegst, dann ...
Wenn du es nicht auf die A-Schule schaffst, dann...
Wenn du das Turnier nicht gewinnst, dann...
Wenn du nicht zum Juku gehst, dann...
Wenn du jetzt rausgehen möchtest, dann...
Wenn du deine Familie nicht stolz machen kannst, dann...

 Tagesablauf eines 13 Jährigen Jungens (Kaishu):

7.15 Uhr: aufstehen, frühstücken
8.10 Uhr: Schulbeginn
11.30Uhr: Schulessen
14.30 Uhr: Klassenzimmer putzen
15 Uhr: Fußballtraining
16 Uhr: Abendessen
19 Uhr: Paukstudio
21 Uhr: Hausaufgaben machen
22 Uhr: ins Bett gehen
Dieser Druck lastet auf so ziemlich jedem japanische Teenager. Ich kann es mir nicht vorstellen, das muss furchtbar sein. Die meisten können gut damit umgehen.
Viele können es nicht. Für gewöhnlich, lassen sie es dann an anderen aus. Mobbing ist ein sehr ernstes Problem in Japan, das "ja eigentlich gar nicht existiert." Das Thema ist sehr komplex und ich werde später nochmal drauf zurück kommen.
Die Opfer haben dann mit zwei Scheußlichkeiten zu kämpfen: Druck von zu Hause, Mobbing in der Schule.
Die Suizidrate in Japan ist die höchste der Welt und sie steigt weiter an. Es sind so gut wie immer Teenager. Schüler von der High School. Und es kommen auch immer mehr Mittelschüler hinzu ... und Grundschüler.
Die Regierung weiß noch nicht, was tun kann, um das zu stoppen. Momentan versuchen sie es mit Personen, der öffentlichen Leben und so spricht zur Zeit die Gruppe AKB48 den Schülern Mut zu. Dass sie selbst alles Kinder sind, ist nebensächlich.
Herje, jetzt habe ich doch mit einem sehr negativen Thema abgeschlossen. Nächstes Mal wird es dann wieder positiver, versprochen! Mal schauen, womit ich mich beschäftigen werde.^^